"Mühlentour" - Routenbeschreibung

Die Radwege recht und links der Erft laden geradezu zu einer Radtour ein. Dies gilt ganz besonders für die Radwege im Stadtgebiet Grevenbroich. Steigungen sucht man vergebens. Ich nenne die Tour entlang der Erft von der Gustorfer Mühle bis zur Neubrücker Mühle "Mühlentour". Landschaftlich führt sie durch einen der schönsten Abschnitte an der ganzen Erft. 

Während der Energiepfad, dessen Beschilderung wir auf der "Mühlentour" nicht berücksichtigen, uns über die heutige Energiegewinnung im Grevenbroicher Raum informiert, bringt uns die "Mühlentour" der Energiegewinnung in früheren Zeiten näher. Die Wassermühlen an der Erft gewannen die Energie aus dem Wasser und haben über Jahrhundert unser Wirtschaftsleben mitbestimmt.

Im jetzigen Stadtgebiet Grevenbroich gab es sechs Wassermühlen, von denen heute noch fünf existieren. Eine ist noch in Betrieb, die Obermühle in Wevelinghoven.

 

Man kann die Bedeutung der Mühlen für das Wirtschaftsleben der jeweiligen Region daran ersehen, dass der Betrieb der Mühle obrigkeitlich geregelt und mit bestimmten Rechten ausgestattet war. So waren die Bewohner eines Ortes verpflichtet, nur bei einer bestimmten Mühle mahlen zu lassen. Bis zur Säkularisation gehörten die Mühlen überwiegend dem Adel, den Kirchen und Klöstern, die sie in der Regel verpachteten.

Die Wassermühlen folgten dann auch der technischen Entwicklung und nutzten die Wasserkraft zum Betrieb von Turbinen, die über Generatoren die Elektrizität für den Betrieb der Mühlen lieferten.

Wir steigen an der Gustorfer Mühle in die Radtour ein. Die Gustorfer Mühle wird 1335 das erste Mal erwähnt und war bei wechselvoller Geschichte bis 1961 in Betrieb. Sie hatte einen besonders großen Einzugsbereich. Die Bewohner der Dörfer Frimmersdorf, Gustorf und Gindorf mussten ihr Getreide bei der Gustorfer Mühle mahlen lassen. 1961 brannte die Gustorfer Mühle völlig aus. Erst in den letzten Jahren wurden die Gebäude wieder instand gesetzt. In dem stattlichen Gebäude hat inzwischen eine Arztpraxis ein Unterkommen gefunden.

Besonders sehenswert ist die rekonstruierte mittelalterliche hölzerne Wehranlage.

Der Radweg kommt auf der linken Erftseite von Frimmersdorf und führt nach Grevenbroich (4,4 km). Es wird jedoch empfohlen, den nicht beschilderten und nicht asphaltieren Weg auf der rechten Erftseite zu nehmen.

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