Schlossbad Grevenbroich

Informationen zu den Abrissarbeiten und dem Neubau des Schlossbades.

An dieser Stelle finden Sie alle Informationen zum Neubau des Schlossbades sowie eine Bildergalerie

Der Abriss der Schwimmbecken und die Entkernung des alten Schlossbades haben begonnen.

Rund um das Gelände des Schlossbades sichern Bauzäune die Baustelle ab. Das Abrissunternehmen Prangenberg und Zaum legte eine Baustraße an. Vorab wurde der Mutterboden aufgenommen und seitlich gelagert, um später bei der Anlage der Freiflächen wieder verwendet zu werden. In der Nähe der Aus- und Einfahrt wird der Stellplatz für die Container sein, in die die verschiedenen Arten von Bauschutt kommen werden. So weit wie möglich soll die Schlossplatzseite geschont werden. Das Planschbecken wurde verfüllt und das Verfüllen des tieferen Beckens unterhalb des Sprungturms wurde vorbereitet. Hier wird der Beckenrand um 80 Zentimeter abgetragen. Der Boden des großen Beckens wird mit Löchern versehen. Anschließend werden die Schwimmbecken mit Sand und Kies aufgefüllt. Für Baustellenbesprechungen wird auf den ehemaligen Fahrradparkplatz ein Container aufgestellt werden.

Hier kamen Vertreter der GWG Kommunal, der für den Abriss verantwortliche Koordinator Dr. Thomas Philipsen und Vertreter des Abrissunternehmens Prangenberg und Zaum zusammen, um den Ablauf zu koordinieren. „Ein wichtiges Thema war der Sicherheits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter“, erklärte Uwe Stenzel von der GWG. Dazu gehöre natürlich die Zahl der Ersthelfer, die in einem Notfall an der Baustelle einsetzbar wären. Bei regelmäßigen Terminen bespricht Sicherheits- und Gesundheitskoordinator Andreas Schiefke die Fragen rund um sein Fachgebiet vor Ort. So sei innen bei der Entfernung von Dichtstoffen gegebenenfalls Schutzkleidung zu tragen.

Außen kletterte ein 35 Tonnen schwerer Kettenbagger vom bereits zerkleinerten Planschbecken in das größere leere Schwimmbecken. Fein säuberlich platzierte das Ungetüm Betonteile im kleinen Becken und Stahlteile am Beckenrand. Die Zufahrt der Lastkraftwagen wird über die Schlossstraße erfolgen. Die Baustellen-Einfahrt liegt zwischen TUS-Stadion und Altem Schloss. Diese soll später für die Feuerwehr als Zufahrt zum neuen Schlossbad genutzt werden. Als Stellplatz für die Container, in denen die verschiedenen Bauschuttstoffe landen werden, wird laut Dr.Thomas Philipsen „aus logistischen Gründen“ der Schwimmbadrasen Richtung Schlossstadion genutzt.

Um den Abriss des Schlossbades vorzubereiten, waren vorab einige logistische Aufgaben zu stemmen.

So wurden in der 45. Kalenderwoche Bauzäune und Container am Schlossbad aufgestellt. Bevor in der nächsten Woche das Abrissunternehmen Prangenberg & Zaum mit der Entkernung beginnt, musste im Hause der GWG der Ablauf besprochen werden. Dr. Thomas Philipsen gab als Koordinator und Bauleiter bekannt, dass die Zuwegung vom Parkplatz Karl Oberbach-Straße zum Schlossbad ab Donnerstag (05.11) gesperrt wird. Die Entkernung wird voraussichtlich drei bis vier Wochen dauern.

Des Weiteren beginnt mit der Entkernung des alten Schlossbades die erste Phase des Abbruchs. Diese Arbeiten werden voraussichtlich drei bis vier Wochen andauern. Im Anschluss daran beginnt der Abriss des Bades, der voraussichtlich bis Ende Februar andauern wird. Dabei bitten wir Sie zu berücksichtigen, dass Bauarbeiten immer von der Witterung abhängig sind und es somit auch es zu Verzögerungen kommen könnte.

Sowohl für den Abriss als auch für den darauf folgenden Neubau bitten wir sie Sie bereits heute um Verständnis für eventuelle Beeinträchtigungen. Sollte es im Verlauf der Arbeiten möglicherweise zu Behinderungen durch notwendig werdende Sperrungen von Parkflächen oder zu Engstellen kommen, so werden wir Sie hierüber rechtzeitig in Kenntnis setzen.

Weiterhin ist aus jetziger Sicht geplant, dass der Beginn der Hochbauarbeiten für Anfang April 2015 geplant ist. Auch hierüber werden wir Sie als Anwohner rechtzeitig und ausführlich informieren. Um eine mögliche Schmutzbelästigung auf ein Minimum zu reduzieren, werden wir regelmäßig eine Kehrmaschine einsetzen.

Wenn Sie dennoch eine Anregung oder gar eine Beschwerde haben sollten, so zögern Sie nicht uns unter der Telefonnummer 02181 213 238 8041 anzurufen oder schicken Sie uns ganz einfach eine E-Mail.

Abbrucharbeiten Schlossbad im Zeitplan abgeschlossen.

Gut eingepackt wurden die Bäume, die auch auf dem
neuen Gelände Schatten spenden werden. Zehn, die
gefällt werden mussten, werden in Abstimmung mit
den zuständigen Behörden passend zur Umgebung
ersetzt.

Das Unternehmen Prangenberg und Zaum wird noch bis Mitte der elften Kalenderwoche vorbereitende Arbeiten für den geplanten Aushub durchführen.

Passanten, die am Bauzaun am Schlossplatz stehen, haben von dort einen freien Blick Richtung Sparkasse und Bend. Vor Resten des Außenbeckens zertrümmert ein Bagger einen vor Jahrzehnten gegossenen Betonklumpen. Ein zweiter arbeitet am Schwallbehälter des Bades, der ausgebuddelt und entsorgt werden muss.

Seit November lief bereits die Entkernung des alten Schlossbades. Verschiedene Materialien wie Glas, Kunststoffe, Holz und Metall wurden sortiert und entsorgt. Insgesamt verließen während der Abrissphase rund 400 Lastkraftwagen die Baustelle. So kamen um die 6000 Tonnen zusammen. Zum Abrissteam gehörten während der Entkernung zehn Mitarbeiter. Während des Abbruchs waren zwischen vier und sechs vor Ort.

Zu berücksichtigen war während des Abbruchs der Schießkeller zwischen Schwimmbad und Altem Schloss, der erhalten bleiben musste. Hier wurde laut Abrisskoordinator Dr. Thomas Philipsen „die komplette Decke des Schießkellers mit Dichtungsbahnen abgedeckt“.

Was den Koordinator der Abbrucharbeiten sehr freut ist die geringe Anzahl der Beschwerden. „Denn bis auf eine ganz zu Anfang kam nichts, wirklich nichts“, erzählt Philipsen. Vor Beginn der Arbeiten hatte die GWG Kommunal etwa 200 Anwohner informiert und um Verständnis gebeten. Zudem wurde eine Beschwerdeadresse eingerichtet. Eine Gefahr für die Umgebung bestand nicht. Durch einen Bauzaun und eine Videoüberwachung wird die Baustelle auch über den Abbruch hinaus gesichert.

Das Foto zeigt unseren Mitarbeiter Danny Schulz
und Nevzat Sözeyataroglu einen Mitarbeiter
der ausführenden Tiefbaufirma.

05.05.2015 – Am Mittwochnachmittag, 29. April 2015, stießen Mitarbeiter der ausführenden Tiefbaufirma in vier Metern Tiefe im Bereich der ehemaligen Liegewiesen auf Holzpfähle.

Der informierte Bodengutachter Dr. Thomas Philipsen begutachtete die Fundstücke und informierte den Bauherren. Bereits am späten Nachmittag des gleichen Tages wurde die Untere Denkmalbehörde über die Funde informiert und man traf sich zu einem Termin an der Baustelle. Die Untere Denkmalbehörde vermutete im Boden weitere historische Anlagen und ordnete an, dass die Arbeiten in diesen Bereichen bis zur endgültigen Klärung durch die Obere Denkmalbehörde des Rhein-Kreis Neuss und des Landschaftsverbandes Rheinland einzustellen sind. Auch die oberen Bodendenkmalschützer waren der Meinung, dass die Funde auf historische Anlagen schließen lassen.

Nach weiteren näheren Untersuchungen schlossen sie dabei nicht aus, dass sich die Anlage noch weiter südlich in den noch auszuschachtenden Bereich erstreckt. Deshalb wurde der Bauherr durch die Obere Denkmalbehörde angewiesen, an den von den Funden betroffenen Stellen, die Tiefbauarbeiten nur unter archäologischer Begleitung fortzuführen. Nach Rücksprache und entsprechender Einschätzung aller Experten geht die GWG Kommunal derzeit davon aus, dass bedingt durch diesen historischen Fund mit einer Verzögerung von bis zu vier Monaten zu rechnen ist. Die Arbeiten unter archäologischer Begleitung beginnen am 6. Mai 2015.

13.05.2015 – Ein archäologisches Grabungsteam begleitet derzeit die Arbeiten am Schlossbad.

Archäologe Thomas Ibeling und Horst Husmann haben dabei vor Ort den Hut auf und dokumentieren die Funde und deren Fundstellen. Ein Vermesser steht ihnen dabei zur Seite. Auf Knien und Höckerchen graben fünf weitere Mitarbeiter auf dem Boden der Grube, wo gelbe Zettelchen die Fundorte markieren. Ganz sanft setzt ein Mini Bagger den Aushub fort. „Wir tun was wir können“, betont Husmann und wenn alles gesichert und dokumentiert sei, sind die Archäologen fertig. Bis dahin werden täglich Mitarbeiter verschiedener Behörden erwartet. „Für mich ist das hier wie Weihnachten“, freut sich zum Beispiel Stadtarchivar Thomas Wolff. Passend zur Mühlenausstellung, die in der Villa Erckens läuft, war am Schlossbad in der vergangenen  Woche von einer Mühle die Rede. „Aber wir sprechen im Konjunktiv“, stellt Husmann klar. Gesichert sei noch nichts.

Unter den Funden waren auch Fragmente von Gefäßkeramik, die Ibeling vorbehaltlich in das Spätmittelalter datiert. Die rötlich braune Bemalung gehöre zur Pingsdorfer Art. Außerdem wurde eine aus Eisen geschmiedete Pfeilspitze geborgen. Sowohl die Keramik als auch die Spitze lassen sich in das Spätmittelalter datieren und geben erste einen ersten Datierungsansatz für die Holzbefunde.

Seit Anfang Juli hat sich das archäologische Team um Thomas Ibeling (Archäologische Grabungen und Sondagen), das die Bauarbeiten am Grevenbroicher Schlossbad begleitet, stark vergrößert. 15 Mitarbeiter sind im Einsatz, um an mehreren Fundstellen gleichzeitig zu arbeiten. „Das war auf Grund der Befunddichte und der Komplexität notwendig“, erklärte Archäologe Horst Husmann. Seine Mitarbeiter sind im abgesteckten Planum und in verschiedenen Tiefen unterwegs. Mit Plastikplanen werden die Funde, die sich über Jahrhunderte sehr gut im torfigen Sediment gehalten haben, vor der Witterung geschützt. Ein Minibagger ist im Einsatz.

Die Funde in Grevenbroich sind laut Husmann „auch für Archäologen nicht alltäglich“. Das Interesse der Archäologen gilt in erster Linie den Hölzern. Die gut erhaltenen Eichenhölzer aus dem Hochspätmittelalter (11.Jahrhundert) wurden archäologisch erfasst, teilweise geborgen und werden derzeit an der Universität Köln, Institut für Ur- und Frühgeschichte, untersucht. Neben der wissenschaftlichen Auswertung soll dort auch das mögliche Alter bestimmt werden. Zwischendurch fanden die Archäologen sogar einzelne Scherben, die auf römische Herkunft deuten. Ausschließen können die Experten, dass diese durch die Erft angeschwemmt wurden. Vielmehr vermuten die Fachleute, dass sie aus Erdverwerfungen oder Aufschüttungen stammen.

Ein besonderes Interesse haben die Archäologen am Fund eines von Menschenhand erstellten Grabens, der ein besonderes Bauwerk darstellt (Zeichnung). Dieser beginnt unmittelbar am Erftarm und zieht sich quer über das Gelände hin bis zum jetzigen Schlossstadion. Dieses weitestgehend erhaltene Bauwerk (Foto) besteht aus senkrecht eingeschlagenen Pfosten, die wiederum durch horizontal angebrachte Planken miteinander verbunden sind. Der Graben sei deshalb von Interesse, weil seine Form und seine Struktur Hinweise auf eine wassertechnische und /oder wasserwirtschaftliche Nutzung geben. Vermutlich bestand keine direkte Verbindung zum Erftarm sondern eine Absperrvorrichtung (Wehr oder Zulauf), was darauf schließen lässt, dass über diesen „gesteuerten“ Zulauf der Wasserstand für die entsprechende Nutzung geregelt werden konnte. Die Tiefe des Grabens geht bis auf die darunterliegende (tragende) Erdschicht. Leider lassen sich laut Aussage der Fachleute zum jetzigen Zeitpunkt keine absoluten Tiefen ableiten, da bedingt durch bereits vorgenommene Tiefbauarbeiten an dieser Stelle keine Rückschlüsse auf darüber liegende Erdschichten gezogen werden können. Nach vorsichtigen Schätzungen des Teams um Thomas Ibeling kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die archäologischen Arbeiten sich noch über einen Zeitraum von sechs bis 12 Wochen erstrecken werden. Insbesondere wegen der zur Zeit noch sehr vagen Annahmen der Archäologen einerseits, der bevorstehenden Schlechtwetterperiode (Herbst/Winter) und des straffen Zeitplans für den Schlossbadneubau stehen GWG Kommunal, Stadt Grevenbroich und der Landschaftsverband Rheinland in ständiger Verbindung.

An mehreren Stellwänden erklärte Husmann den
Journalisten die Grabungsfläche, die 100 Meter
östlich des Schlosses im Auenbereich der Erft liegt.
Zahlreiche einheitlich nach Süden abgeknickte
Rammpfähle sprechen laut Horst Husmann
für eine sehr kräftige Flut.
Im Schatten der Bäume auf der ehemaligen
Liegefläche errichteten die Archäologen ein
„Holzlager“. Hier werden über 600 Funde
fotografiert, beschrieben und wieder verpackt.

Nachdem die GWG Kommunal Ende April die Pläne für den Hochbau des neuen Schlossbades vorgestellt hatte, stießen Mitarbeiter des ausführenden Tiefbauunternehmens auf Funde, die seitdem von Archäologen geborgen und dokumentiert werden.

Um den aktuellen Stand der Ausgrabungen vorzustellen, hatte die GWG Kommunal am Mittwoch, 26.08.2015 zu einem Rundgang durch das Baugelände am Schlossbad eingeladen.

Hierbei stellte der Archäologe Horst Husmann (Ibeling, Köln, Archäologische Grabungen und Sondagen) die bisherigen Ausgrabungen und Funde vor. An mehreren Stellwänden erklärte Husmann den Journalisten die Grabungsfläche, die 100 Meter östlich des Schlosses im Auenbereich der Erft liegt. Die Fläche entspricht mit 1830 Quadratmetern fast der Baugrube des geplanten neuen Schwimmbades. Ein kleiner Teil war laut Auskunft der Archäologen bereits durch die Baugrube des vormaligen Bades tiefgründig zerstört.

Zu Beginn der archäologischen Arbeiten nach dem 5. Mai 2015 bestand die heutige Grabungsfläche aus einer bereits etwa vier Meter tief ausgeschachteten Baugrube (Baufeld 1). Obwohl sich anfangs eine archäologische Einschätzung als schwierig erwies, zeigten einige in ihrer ursprünglichen Lage befindliche Hölzer an, dass hier im Auensediment sicher mit weiteren archäologische Strukturen zu rechnen war. Die Ausgrabungen laufen derzeit hauptsächlich im Baufeld 1, die Untersuchungen im südlich gelegenen Baufeld 2 (in etwa der Bereich des ehemaligen Freibadbeckens) haben eben erst begonnen. Inzwischen zeichnen sich deutliche Strukturen ab, die aber noch nicht abschließend zu

beurteilen sind. In den alten Flusssedimenten liegen viele große und kleine "verkippte oder verschwemmte Hölzer, die unsortiert neben- und aufeinander liegen", erklärte Husmann.

Gleichzeitig sind, laut Husmann, direkt nördlich davon zahlreiche Rammpfähle verschiedener Größen zu finden, die alle einheitlich nach Süden hin abgeknickt sind. „Es scheint, als käme für dieses Erscheinungsbild nur eine sehr kräftige Flut in Frage. Nur diese könnte wohl eine solche einheitliche Krafteinwirkung hervorrufen“, so Husmann weiter.

Offensichtlich sei die – wohl an der Mühle bereits aufgestaute – Erft bei einem starken Hochwasser massiv über die Ufer getreten und strömte in die Aue in Richtung Burg. Dies führte zu einem starken Ab- wie auch Auftrag von Böden sowie zur Zerstörung von menschlichen Bauwerken. Die Überreste zeigen deutlich, dass das Areal von Menschen intensiv genutzt wurde. Die bisher jahrgenau datierten Hölzer der betroffenen Konstruktionen datieren alle zwischen etwa 1300 und 1341/1342.

Im Bereich der ehemaligen Liegewiesen im Schatten der Bäume richteten die Archäologen ein „Holzlager“ ein, in dem die über 600 Funde fotografiert, gezeichnet und im Anschluss verpackt werden. Sie müssen dabei dauernd feucht gehaltenwerden, um weitere Untersuchungen zu ermöglichen. Die Holzfunde gehen im Anschluss an verschiedene wissenschaftliche Institute sowie an die Magazine des Landschaftsverbands Rheinland. Die enge Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Universität Köln sowie den Werkstätten des Landesmuseums Bonn macht es möglich, rasch Holzartbestimmungen und jahrgenaue Datierungen (über die „Dendrochronologie“) zu erreichen.

Fragen und Anregungen zum neuen Schlossbad

Wenn Sie Fragen, Anregungen oder gar eine Beschwerde zum Bau des Schlossbades Grevenbroich haben sollten, so zögern Sie nicht, uns unter der Telefonnummer 02181 213 238 8041 anzurufen oder schicken Sie uns ganz einfach eine E-Mail.