Trinkwasser für Grevenbroich

Müssen wir mit einer Wasserknappheit rechnen?
Müssen wir mit einer Wasserknappheit rechnen?

Leistungen. Trends. Ziele

Wir, die Wasserexperten der GWG Grevenbroich, sorgen für das wichtigste Lebensmittel. Unsere Leistung ist Ihre Versorgung mit Trinkwasser in stets ausreichender Menge und in hervorragender Qualität. Wir sind Teil einer großen Familie: Rund 6.000 Wasserwerke kümmern sich in Deutschland um die Versorgung von rund 80 Millionen Menschen, zahllosen Unternehmen, Handwerkern und öffentlichen Einrichtungen. Die ortsbezogene Wasserversorgung hat viele Vorteile, nicht zuletzt verursacht sie die geringsten Kosten und bietet den besten Ressourcenschutz. Doch nichts bleibt, wie es ist. Der Bedarf an Trinkwasser nimmt ab. Diese Entwicklung hat Gründe und Konsequenzen. Auch in Grevenbroich.

Die Förderung der deutschen Wasserwerke ist seit 1990 von rund 6,8 Milliarden Kubikmeter auf jetzt etwa 4,9 Milliarden Kubikmeter gesunken. Das entspricht einem Rückgang um mehr als ein Viertel. Das hat Gründe: Die Industrie hat ihren Wasserverbrauch durch neue Produktionsverfahren, Kreislaufnutzungen und Wasserspartechniken in den vergangenen 20 Jahren fast halbiert. Öffentliche Einrichtungen haben sogar über 60 Prozent Wasser gespart. Rund vier Fünftel der Wasserlieferungen aus der öffentlichen Versorgung entfallen heute auf Privathaushalte und Kleingewerbe. Diese Verbrauchsgruppe hat ihren Wasserbedarf in den zurückliegenden 20 Jahren "nur" um etwa 15 Prozent reduziert.

Wieviel Wasser brauchen wir eigentlich?
Wieviel Wasser brauchen wir eigentlich?

Auch vor Ort folgt die Wasserversorgung dem Trend. Knapp 70 Prozent der jährlichen Wasserabgabe entfällt auf Privathaushalte und Gewerbe. Während die abgegebene Wassermenge seit 2007 annähernd stabil bei etwa 3,8 Millionen Kubikmetern liegt, haben sich das Rohrnetz und die Zahl der Hausanschlüsse in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich erweitert. Aber nicht nur bei der Versorgung haben sich die Leistungen - bei unverändertem Absatz - erhöht, vor allem bei der Wassergewinnung und Aufbereitung wurde viel getan.

Grevenbroich liegt unmittelbar am Rande des größten europäischen Tagebaufeldes für Braunkohle. Wir profitieren von der Wertschöpfung der Rohstoffgewinnung und Energieerzeugung aus Braunkohle. Wir tragen aber auch die Auswirkungen des Bergbaus auf Mensch und Umwelt. Um den Tagebau Garzweiler zu ermöglichen, werden jährlich etwa 115 Millionen Kubikmeter Grundwasser gehoben. Ein Teil dieses Wassers wird im Wasserwerk Fürth nach dem neuesten Stand der Technik aufbereitet. In die Sanierung des Wasserwerks wurden vor wenigen Jahren rund 12 Millionen Euro investiert. Daneben erfolgt die Förderung einer kleinen Menge im Wasserwerk Zweifaltern. Die Wasserversorgung von Grevenbroich steht damit vor den gleichen Problemen wie viele andere Wasserwerke in Deutschland: Einer im Trend sinkenden Wassermenge stehen steigende Kosten über die gesamte Versorgungskette gegenüber. Sparen an der Substanz verbietet sich aus Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt.

Um die Bevölkerung jederzeit ausreichend, versorgungssicher und qualitativ hochwertig zu versorgen, wird regelmäßig in die Wasserversorgung investiert. Durchschnittlich 2 Milliarden Euro betragen die jährlichen Investitionen der deutschen Wasserwerke. Davon entfallen etwa 60 Prozent auf das meist weit verzweigte Rohrnetz. Diese hohen und regelmäßigen Investitionen müssen in einem gerechten Verfahren auf die Wasserverbraucher umgelegt werden.

Was hat das Trinkwasser mit dem demographischen Wandel zu tun?
Was hat das Trinkwasser mit dem
demographischen Wandel zu tun?

Die Wasserversorger bilden ihre Preise verursachungsgerecht: Alle Kosten, die bei der Gewinnung, Verteilung sowie Messung und beim Umweltschutz entstehen, fließen in den Wasserpreis ein. Der Verbraucher erhält die Garantie, dass er stets ausreichend versorgt wird und ein qualitativ einwandfreies Lebensmittel erhält.

Der Wasserpreis hat zwei Bestandteile: Einen verbrauchsabhängigen Mengenpreis und einen zweiten Bestandteil (Systempreis), über den der Verbraucher einen angemessenen Anteil an der technischen Infrastruktur, den Investitionen und den Aufwendungen für den Umweltschutz übernimmt.

Infolge der strukturellen Veränderungen entfallen heute bis zu 90 Prozent der Kosten einer Wasserversorgung auf die völlig unabhängig vom tatsächlichen Wasserverbrauch anfallenden Fixkosten und nur ein geringer Teil auf die gelieferte Wassermenge. Immer mehr Versorger stellen ihr Preissystem auf eine gerechtere Struktur um. Werden beide Preisbestandteile zu einem Durchschnittspreis zusammengezogen, wird deutlich, wie preiswert die Wasserversorgung ist. Nach Berechnungen des Bundesverbandes der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt jeder Bürger in Deutschland im Durchschnitt täglich etwa 25 Cent für Trinkwasser aus.

Bundesweit und vor Ort verändern sich Strukturmerkmale für die öffentliche Wasserversorgung. Dem im Trend sinkenden Wasserverbrauch stehen steigende Kosten für die Versorgungs-Infrastruktur gegenüber. Würden wir die Kostensteigerungen einfach nur über den Mengenpreis (Arbeitspreis) auf die Verbraucher verteilen, ergäbe sich eine Spirale regelmäßiger Wasserpreiserhöhungen. Diesen Weg wollen wir vermeiden. Durch eine neue Preisstruktur sorgen wir für mehr Transparenz und Ausgewogenheit bei den Wasserpreisen in Grevenbroich.

Die bisherigen Wasserpreise in Grevenbroich umfassten einen relativ hohen Mengenpreis (Arbeitspreis) und einen relativ niedrigen Infrastrukturbeitrag (Grundpreis). Künftig heißt der Infrastrukturbeitrag "Systempreis". Er deckt einen deutlich höheren Teil der Fixkosten ab. Damit dieser Preisbestandteil die notwendige Ausgewogenheit aufweist, wird er künftig nicht mehr pro Wasserzähler erhoben, sondern auf der Grundlage von Wohneinheiten oder wohnungsähnlichen Gebäudeteilen. Wichtigstes Kennzeichen einer "Wohneinheit" ist ein abgegrenzter Wohn- und Lebensbereich, der einer oder mehreren Personen eine eigenständige Lebens- und Haushaltsführung erlaubt. Unter "wohnungsähnlichen Gebäudeteilen" verstehen wir Praxisräume, Werkstätten sowie Geschäfte und Verkaufsräume. Auch bei der Versorgung mit Energie wird die Bereitstellung nach Wohneinheiten als verursachungsgerechter Maßstab angewandt.

Da der Systempreis einen gegenüber dem bisherigen Preissystem deutlich höheren Fixkostenanteil abdeckt, kann der mengenabhängige Verbrauchspreis deutlich um etwa 30 Prozent gesenkt werden. Von dieser Senkung können allerdings nicht alle GWG-Kunden in gleicher Weise profitieren. Unterschiedliche historische Entwicklungen in den verschiedenen Stadtteilen haben dazu geführt, dass bis in die jüngste Vergangenheit Unterschiede bei den Wasserpreisen Bestand hatten. Nach einer auf Initiative von betroffenen Verbrauchern herbeigeführten gerichtlichen Klärung hat das Landgericht Mönchengladbach 2013 festgestellt, dass diese Sonderregelungen keinen Bestand mehr haben.

Die Wasserpreise in Grevenbroich müssen den Veränderungen und Anforderungen auf der Kundenseite folgen. Die Wasserpreise müssen außerdem die veränderte Kostensituation bei Gewinnung, Verteilung und Umweltvorsorge berücksichtigen.

Die erste Stufe dieses Anpassungsprozesses erfolgte 2011 durch die Verringerung unterschiedlicher Preiszonen im Stadtgebiet. 2014 haben wir in einem weiteren Schritt die eingetretene Kostenunterdeckung beseitigt und zugleich das Preissystem im Hinblick auf die demografischen Veränderungen grundlegend reformiert. Die neuen ab Herbst 2014 geltenden Wasserpreise sorgen dafür, dass den mit der Versorgung verbundenen Kosten entsprechende Erlöse gegenüberstehen. Mit der Einführung des neuen Systempreises und der gleichzeitigen  Absenkung des Mengenpreises vermeiden wird den Einstieg in eine Preisspirale. Das neue Wasserpreissystem verteilt die Kosten der Wasserversorgung sozial ausgewogen und verursachergerecht.  

Das neue Wasserpreissystem der GWG ist so konzipiert, dass sich die Kosten für die Wasserversorgung eines Durchschnittshaushalts nur in geringem Umfang verändern. Gegenüber einer Preisanpassung an die veränderte Kostensituation im alten Preissystem ergeben sich durch das neue Preissystem sogar deutliche Einsparungen.

Die Beispielrechnungen verdeutlichen, dass das neue Preissystem durch die Einführung des Systempreises und die Veränderung des Mengenpreises zu einer ausgewogenen Preisstruktur führt und besondere Härten für einzelne Verbraucher vermeidet.

zum Preisrechner

Das Wichtigste kompakt:

Das neue Preissystem der GWG-Wasserversorgung erhält das im regionalen Vergleich günstige Preisniveau für die Kunden der GWG. Das neue Preissystem wird den Anforderungen an eine moderne und leistungsfähige Wasserversorgung gerecht und sorgt dafür, dass die Qualitätsanforderungen an ein gesundheitlich unbedenkliches Lebensmittel auch zukünftig erfüllt werden können.

Das neue Preissystem beseitigt historische Ungleichbehandlungen der Kunden und sichert dem Versorgungsunternehmen eine hinreichende Investitionskraft, um die technischen Anforderungen an die Versorgung zu erfüllen und hinreichend in den vorsorgenden Gewässerschutz investieren zu können.

Nutzen Sie unseren Preisrechner und berechnen Sie Ihre individuellen Trinkwasserkosten.

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